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Wissenswertes über die Hallertau1323904 hopfenland hallertau

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Die Hallertau, Holledau oder Hollerdau ist ein fast zentral in Bayern gelegenes Hopfenanbaugebiet, das grob von den Städten Ingolstadt, Kelheim, Landshut, Moosburg, Freising und Schrobenhausen abgegrenzt wird.

Geografie und Geologie

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Die Hallertau erstreckt sich über die bayerischen Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern auf Teile der Landkreise Pfaffenhofen, Freising, Kelheim, Landshut und Eichstätt. Eine exakte Eingrenzung ist nicht möglich, das verbindende Kriterium ist der Hopfenanbau. Die Gesamtfläche der Hallertau beträgt circa 2.400 km², sie erstreckt sich in Ost-West-Richtung maximal 65 km und ist in Nord-Süd-Richtung bis zu 50 km breit

Im Süden wird die Hallertau von den Flüssen Amper und Isar begrenzt, im Norden von der Donau. Die rechten Nebenflüsse der Donau Paar, Ilm, Abens und Große Laber sowie die Kleine Laber durchfließen das Gebiet.
 
Naturräumlich gehört die Hallertau zum größten Teil zum Donau-Isar-Hügelland, das erdgeschichtlich dem Tertiären Hügelland zuzuordnen ist und während des Pleistozäns nicht mit Eis bedeckt war. Die obersten Ablagerungen, die unter der Bodenkrume liegen, sind Süßwasserablagerungen aus dem Miozän.

 

Namenserklärungen

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1579 lautete die Bezeichnung „Halberthau“. Die ursprüngliche Bedeutung des seit dem 14. Jahrhundert gebräuchlichen Namens ist nicht völlig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist wohl die Zusammensetzung aus den althochdeutschen Wörtern „Hardt“ (= Wald) und „hall“, ablautend von „helan“ (= verbergen, hehlen) zu „Hal hart“, also einem Wald, der sein Inneres verbirgt, d. h. ein wilder Urwald, dem noch der Flurname „Au“ angehängt wurde. Die ursprünglich namensgebende Flur soll ein auch heute noch auf topographischen Karten mit dem Namen "Holledau" bezeichnetes Waldstück südöstlich von Schweitenkirchen sein.

 
Die offizielle Schreibweise stammt erst aus dem Jahr 1926, als der Name der Ortschaft Au von „Au bei Freising“ in „Au in der Hallertau“ umgeändert wurde.
 
Wohl eher ins Reich der Fabeln gehört die mündlich tradierte Geschichte, dass ein Fürst, als er in der Schlacht von Gammelsdorf (1313) in Bedrängnis kam, mit den Worten "Hol’ Er d’ Auer" um Hilfe schickte, woraus sich dann der Name Hallertau für die Region um Au entwickelt haben soll.

 

Geschichte

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Der Hopfenanbau in der Region ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Die Orte Geisenfeld und Gründl bei Nandlstadt beanspruchen beide, das Ursprungsgebiet des Anbaus zu sein. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Region um Spalt bei Nürnberg das Hauptanbaugebiet in Bayern. Erst nach der Bauernbefreiung waren ab 1848 die Voraussetzung für eine Produktionssteigerung in der Hallertau erfüllt; so stieg der Ertrag von 1.500 Zentner im Jahr 1815 auf über 75.000 Zentner im Jahr 1865. Seit 1912 ist die Hallertau das größte Anbaugebiet in Deutschland.

 

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Rationalisierung

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Um die Ernte haltbar zu machen, wurden die Dolden auf so genannten „Horden“, auch „Reuter“ genannt, zur Trocknung an der Luft aufgeschichtet. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte der Wolnzacher Zimmerer Max Eder eine zweistöckige Darre. Der unten befeuerte Ofen erwärmte eine Heizrohrspirale, die die obenliegenden Dolden trocknete.

 
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs jede einzelne Rebe an einer Holzstange als Kletterhilfe nach oben. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Umstellung der Hopfengärten auf Drahtgerüstsysteme, die um 1930 in der Hallertau abgeschlossen war.
 
Um die Dolden von den Reben abzutrennen, kamen in Spitzenzeiten bis zu 200.000 so genannte „Hopfenzupfer“ aus den strukturschwachen Gebieten der Oberpfalz, dem Bayerischen Wald und dem Donaumoos um Ingolstadt in die Hallertau. Als in der Zeit des Wirtschaftswachstums die Arbeitskräfte rar wurden, erfolgte ab den 1950er Jahren die Einführung von mechanischen Pflückmaschinen. Die erste Maschine wurde 1955 aus England importiert, später baute die Firma Wolf in Geisenfeld Pflückmaschinen. Seit 1967 wird der Hopfen komplett maschinell geerntet.
 
Heute wird der Anbau von Hopfen nahezu ausschließlich von Familienbetrieben bewerkstelligt. Lediglich in der Wachstumsphase zum Ausschneiden und „Anleiten“ und während der Ernte werden einige Helfer zumeist aus Osteuropa beschäftigt.

 

Entwicklung

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Das Hopfenanbaugebiet erstreckt sich zu 37% über den Landkreis Pfaffenhofen, 37% über den Landkreis Kelheim, zu 13% über den Landkreis Freising sowie zu 8% über den Landkreis Landshut (Stand September 2004). Diese vier Landkreise haben sich im Jahr 2005 zur Förderung des Tourismus in der Hallertau zur Arbeitsgemeinschaft „Hopfenland Hallertau“ zusammengeschlossen. 4% der Anbauflächen liegen im Landkreis Eichstätt, 0,3% im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und 0,7% entfallen auf die Stadt Hersbruck.

 
Die Zahl der Pflanzerbetriebe weist seit Beginn der 1990er-Jahre wegen des gesunkenen Durchschnittspreises für Hopfen und der daraus resultierenden geringeren Rentabilität von Hopfenanbau im Nebenerwerb stark fallende Tendenz auf. Auch die bewirtschaftete Hopfenfläche in der Region ging in diesem Zeitraum um etwa 4.000 Hektar zurück. Zwei Drittel des geernteten Hopfens werden exportiert.
 
Mit 15.000 Hektar, die von knapp 1000 Pflanzerbetrieben bewirtschaftet werden (Stand September 2016), ist die in 14 Siegelbezirke unterteilte Hallertau das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Hier werden ca. 85,4% des deutschen Hopfens erzeugt, der Anteil am Weltmarkt liegt bei etwa 31,5% (Stand 2005).

Siegelbezirke

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Um die Qualität des Hopfens zu sichern, werden die Hopfenballen versiegelt und zertifiziert. Die erste Siegel- und Waagstelle

entstand 1834 in Wolnzach.
 
Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm:
• Geisenfeld 
• Hohenwart 
• Pfaffenhofen an der Ilm 
• Wolnzach 
 
Landkreis Kelheim:
Abensberg 
• Langquaid 
• Mainburg 
• Neustadt an der Donau 
• Siegenburg 
 
Landkreis Freising:
• Au in der Hallertau 
• Nandlstadt 
 
Landkreis Landshut:
• Pfeffenhausen 
• Rottenburg an der Laaber 
 
Das Anbaugebiet Altmannstein im Landkreis Eichstätt wurde 1992 der Hallertau angegliedert.
 
Hersbruck im Nürnberger Land wird seit 2004 als 15. Siegelbezirk zugerechnet; geografisch liegt es allerdings nicht in der Holledau.

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